Schwarz-Rot-Gelb? BLAU! Die aktuelle Kolumne von Ben Herbst |
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25 September 2008
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Ein Kreuzfahrtschiff kentert. Im Ozean treiben, neben vielleicht zwanzig Überlebenden auch fünf Mitglieder aus SPD, LINKE, CDU, FDP und GRÜNEN: Der CDU-Politiker wendet sich japsend als erster an die schwimmenden Überlebenden: „Unsere Schiffahrtsindustrie“, sagt er, „und die qualifizierte Ausbildung des Fachpersonals ist vorbildlich in Deutschland, daher ist ein Zwischenfall wie dieser eher ungewöhnlich, und sollte daher keinesfalls überbewertet werden.“ Der SPD-Politiker erklärt dagegen, gleichfalls um Atem ringend: „Wir haben unter Rot-Grün vorbildliche Vorsorgemaßnahmen getroffen, dass ein Unglück wie dieses nicht passieren kann, nun, - und da muss ich meinem Kollegen von der CDU recht geben – in aller Regel passieren solche Katastrophen auch viel seltener als vorher, zur Ära Kohl, und das jetzige Unglück ist eben die Ausnahme, die die Regel bestätigt: Von daher läuft doch alles prima!“
Ceterum censeo Agendam 2010 esse delendam! In diesem Sinne Trockene Grüße von
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| 01. August 2008 | |||||
Kaum zu glauben, aber neulich war es wieder mal soweit! Ich kam gerade aus der Volxküche des autonomen Wohn- und Kulturprojektes KÖPI, hatte mit einer schwedischen Straßenschauspielerin über das Wesen von Kunst gesprochen, ein Bisschen auf der Gitarre gejamt, mit ein paar Langhaarigen und einer Frau mit gefärbten Rasta-Zöpfen, nett, gesund und vor allem solidarisch günstig gegessen – wie gesagt – und war nun auf dem Weg nach Hause. In direkter Höhe mit dem ehemaligen Stasi-Ministerium, wo nun neben anderen Behörden meine derzeitige Geliebte untergebracht ist, die Agentur für Arbeit, da sah ich ihn – oder besser gesagt: Er sah mich! Ceterum censeo Agendam 2010 esse delendam! In diesem Sinne Menschliche Grüße von
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16. Juli 2008 |
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Wir haben es ja schon längst geahnt! DIE LINKE ist mindestens genau so gemein wie die NPD: Deshalb vermeldete der SPIEGEL auch heute (16.07.08) aus Osnabrück, Niedersachsens Innenminister Michael Schünemann (CDU) will diese Partei nun verstärkt vom Verfassungsschutz beobachten lassen. Grund: DIE LINKE mache „gemeinsame Sache mit gewaltbereiten Autonomen und Kommunisten.“ Besonders gut konnte man das unlängst auf der Gewaltorgie beobachten, die neulich in der Berliner Kultubrauerei unter dem konspirativen Namen „Fest der Linken“ stattfand: Überall nur anarchistische Negermusik, gemeingefährliches Propagandamaterial (Neues Deutschland, taz, Flyer, die dazu auffordern, die deutschen Soldaten endlich aus Afghanistan abzuziehen) und natürlich jede Menge potentielles Bombenbaumaterial: Überall standen leere Flaschen herum. Und das wussten ja schon die Jungs von „Ton Steine Scherben“: „Und die deutlichen Beweise sind zehn leere Flaschen Wein, und zehn leere Flaschen können schnell – zehn Mollies sein!“ Die CDU in Osnabrück hat sich stets dagegen verwehrt, mit Autonomen gemeinsame Sache zu machen! Zwar hat Ministerpräsident Christian Wulff, der Vorzeigeschwiegersohn Deutschlands, wie auch sein neuer Schwiegervater bestätigt, nachdem Saubermann Wulff seine alte Frau, die ihm Jahre lang dabei half, dieses biedere Image aufzubauen, kurz nachdem er an die Macht kam gegen eine Jüngere ausgetauscht hatte, den Autonomen immer wieder windelweiche Versprechungen gemacht. Es ging um ein selbstverwaltetes Autonomes Zentrum, das kurzfristig am Rande der Stadt, im Industriegebiet auf einer Kuhwiese existierte. Da fanden regelmäßig Konzerte und Kulturveranstaltungen statt, die nix kosteten und eine echte kulturelle Alternative zu dem restlichen, kommerzialisierten Kulturprogramm Osnabrücks boten. Wulff gab zunächst an, wohlwollend prüfen zu wollen, ob dieser Veranstaltungsort, auf der Schweinewiese weiter bestehen könnte. Dann kam eine Weile gar nichts, und auf spätere Anfrage hin war ihm diese Thematik dann plötzlich (O-Ton) zu „schwierig“. Deshalb wurde das Zentrum schließlich kurzerhand geräumt, ein paar Anzeigen verhängt, und jetzt ist dort wieder eine ungenutzte Wiese, so wie sich’s offenbar gehört. Denn so eine Wiese, sprich blühende Landschaft, ist ja schließlich auch was schönes! http://squat.net/de/news/osna_presse170903.html Schünemann erklärte, der Verfassungsschutz werde an die Schulen gehen und - wie bereits jetzt im Bereich Rechtsextremismus - Multiplikatorenschulungen durchführen. Lehrer bekämen dann Informationen über Themen wie den Marxismus/Leninismus und den SED-Unrechtsstaat für den Staatsbürgerkundeunterricht. (vgl. SPIEGEL-ONLINE Niedersachsens Innenminister lässt Linkspartei stärker beobachen, 16.07.08) Gute Idee, schließlich ist DIE LINKE ja Nachfolge- Partei der WASG und PDS, die PDS ist Nachfolgepartei der SED, die wiederum ging aus SPD und KPD hervor. Die KPD wiederum aus dem Spartakusbund, naja und Spartakus selber war ja nun auch wirklich ein gemeingefährlicher Revoluzzer. Das muss man wissen! Was dann hingegen endlich auch einmal im Staatsbürgerkundeunterricht geklärt werden sollte, ist die bewegte Vergangenheit der CDU. Die ging nämlich aus der Zentrumspartei hervor, die nachweislich daran beteiligt war, dass man seinerzeit die Weimarer Republik vergeigt hat. Das ZENTRUM, die Partei des politischen Katholizismus war an allen Reichsregierungen bis 1932 beteiligt und stellte mit Konstantin Fehrenbach, Josef Wirth, Wilhelm Marx, Heinrich Brüning sowie - dem später parteilosen - Franz von Papen fünf Politiker als Reichskanzler, deren politische Bandbreite vom linksliberalen Wirth bis zum betont nationalkonservativen Papen reichte. 30. Januar 1933: Nach vergeblichen Versuchen, die NSDAP als "Juniorpartner" für eine Regierungsbeteiligung zu gewinnen, stimmt Papen [auf einer konspirativen Sitzung mit Adolf Hitler] der Bildung eines Kabinetts unter Hitler zu. Er selbst wird nach der nationalsozialistischen Machtübernahme Vizekanzler und will die NSDAP in das mehrheitlich von Deutschnationalen getragene Kabinett einbinden. Laut Schünemann macht die Linkspartei "gemeinsame Sache mit gewaltbereiten Autonomen und mit Kommunisten, die früher für das Unrechtsregime der SED, für Mauer und Schießbefehl, verantwortlich gewesen sind". Darüber hinaus gebe es Spitzenfunktionäre mit einer Vergangenheit als informeller Mitarbeiter der Staatssicherheit in der DDR (vgl. oben genannten SPIEGEL-Artikel). Laut Herbst machte das ZENTRUM (Vorgängerpartei der CDU) gemeinsame Sache mit gewaltbereiten Nazis, die den Zweiten Weltkrieg lostraten, den Holocaust initiierten, GESTAPO, SS, SA und andere Terrororganisationen gründeten. Darüber hinaus gab es in der CDU Spitzenfunktionäre wie z.B. Hans Filbinger (vgl: Rolf Hochhuth: 1979 - Juristen - zum gesellschaftlichen und politischen Einfluss von Altnazis in Deutschland) mit einer Vergangenheit als Mörder, Feiglinge und Kollaborateure der Nazis. Nun ja, das Beste wird wohl sein, wie so oft schon einfach weiter das bigotte Mäntelchen des Schweigens darüber zu stülpen. Man kann ja verstehen, dass die CDU angesichts der katastrophalen Zustände in Deutschland einen Sündenbock braucht: DIE LINKE. Also juut. ZENTRUMS-NACHFOLGEPARTEI CDU, dann macht mal! Ceterum censeo AGENDAM 2010 esse delendam!! Bis demnächst
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26. Juni 2008
JUHU! Wirtschaftsminister Glos (CSU), Anhänger der Partei, die sich mit windelweichen Steuererleichterungsversprechen vor der Bundestagswahl bei den abgehängten Bittstellern einschleimen will, hat uns wieder einmal ungemein beruhigt: Die aktuelle Armutsstudie, wonach jeder achte Deutsche und ohne Sozialleistungen sogar jeder vierte Deutsche arm ist, wäre ja nicht so schlimm, schließlich stammen die Daten von 2005, ist also alles die Schuld von Schröder & Co, sagt Glos. Puhh, na, da sind wir aber erleichtert! Wir erinnern uns: Der wirtschaftliche Aufschwung, der nachweislich nicht beim kleinen Mann angekommen ist – das war doch auch Schröders Werk und wurde doch hochgelobt, bzw. soll der „Aufschwung“ eine der ersten Auswirkungen des suboptimalen Geniestreichs von Doris Schröder-Köpfs Agenda 2010 gewesen sein –, hieß es. Waren Schröder & Co. nun Helden des Aufschwungs oder Sozialverbrecher? Was denn jetzt, Herr Glos? Und was meinen Sie, wie sieht es heute aus? Nach drei Jahren Schwarz-Rot? Besser? Naja, warten wir sie mal ab, die Armutsstudie mit den Daten von 2008. Wird schon alles bestens sein; und wenn eine neue Weltwirtschaftskrise droht, ach Gottchen, dann sind bestimmt alle schuld, nur nicht die Union. Sehr schön! Weiter so, Herr Glos. Nun ja, wie suboptimal diese Agenda 2010 funktioniert, das erlebt gerade jeder achte Deutsche hautnah. Gut, dass wir wenigstens wissen, dass die CDU mit dieser Misere rein gar nichts zu tun hat. Hach, was waren das für Zeiten, als es unter den 16 Jahren Kohl überall nur blühende Landschaften gab und sich alle lieb gehabt haben. Mann, war das kuschelig in den 80ern! Die ollen Wessis hatten schon so die Nase voll von dieser blühenden Pracht, dass sie Kohl 1991 am liebsten abgewählt hätten, denn, das wusste ja schon Thanhäuser: Solche Wonnen sind auf Dauer nur für einen Gott gemacht! Naja, nur die Ossis eben, die mochten den Dicken. Und dieser Lafontaine mit seiner ständigen Nörgelei, die Wiedervereingung würde eine Menge Geld kosten, kam damals eher nicht so gut an, Anfang der 90er. Natürlich fanden besonders die DDR-Bürger Kohl und seine DM irgendwie cooler. Tja, und jetzt schimpfen viele: Die Wessis haben uns gekauft! Irrtum: IHR habt euch leider, leider verkauft, also nörgelt jetzt nicht. Damals, als ihr Kohl gewählt habt, da fanden die Unions-Granden euch ja auch noch ganz toll, aber heute? „Ich akzeptiere nicht“, sagte Stoiber, „dass erneut der Osten bestimmt, wer in Deutschland Kanzler wird. Es darf nicht sein, dass die Frustrierten über das Schicksal Deutschlands bestimmen.“ Nun ja, den netten Blumen-Hinrichter und seine Muschi haben wir dann ja – Gott sei Dank – gemeinsam nicht haben wollen. Anscheinend werden wir alle allmählich lernfähiger. Lobenswert jedenfalls, dass das Kabinett heute endlich auf die Armutsstudie reagiert: Gerade heute nämlich (25.06.08), beschließt das Kabinett einen Aktionsplan gegen Fettleibigkeit. Bravo! Das wurde aber auch höchste Zeit! Schließlich werden ja gerade die Hartz IV- Empfänger immer fetter, wie uns im November 2007 Oswald Mezger, seinerzeit ein GRÜNER, intellektuell und empirisch bestens belegt, erläutert hatte. Jedenfalls wurde es höchste Zeit für einen Aktionsplan gegen Fettleibigkeit. Genau das brauchen wir jetzt, zur Einstimmung quasi, denn bald gibts eh nichts mehr zu essen, oder ist nicht mehr erschwinglich. Als Vorsitzender des Kommitees gegen Fettleibigkeit soll – Gerüchten zufolge – Ex-Außenminister Joschka Fischer ran. Der weiß nämlich, wie man rank und schlank bleibt. Ach ja, das waren ja überhaupt auch noch lustige Zeiten, als Fischer beliebtester Politiker war. Jeder Kellner, der dieses sympathische Kerlchen in irgendeinem Nobel-Etablissement bedienen durfte, man kann ja auch nicht erwarten, dass sich unsere Volksvertreter bei Tagungen mit Hotels zufrieden geben, die weniger als Fünf Sterne haben, war bass erstaunt, wie freundlich der Typ doch ist. Kein böses Wort kam über seine Lippen. Eigentlich überhaupt kein Wort, wenn ich mich recht erinnere – denn mit Bediensteten zu kommunizieren, dafür war sich der nette Joschka von Nebenan, der Taxifahrer, der „Mann von uns“, immer irgendwie zu schade, schien es. Aber nette Grimassen konnte er ziehen, wenn irgendetwas mit seinen Extra-Diät-Würsten nicht hinhaute. Ja, ja, unser Joschka – ein Kerl, mit dem man Pferde stehlen kann! Jeder Kellner hat ihn förmlich geliebt! Dass Schröder in seiner unendlichen Weitsichtigkeit seinerzeit aber auch schon längst gegen Fettleibigkeit vorgegangen ist, wird von der CDU natürlich wieder nicht anerkannt. Sein Programm gegen Fettleibigkeit hieß eben Hartz IV, und gäbe es nicht die gemeinnützige „Tafel“, auf die inzwischen großmütig auch die Agentur für Arbeit verweist, so, als wäre es eine staatliche Stelle, dann würde man diese Auswirkung der Agenda 2010 längst sehen können. Mein Vorschlag: Schafft die TAFEL ab, denn Arbeitlose fressen eh zu viel! Schön zu sehen, dass auch Ernst Welteke (SPD) seinen Gürtel enger schnallen will. Seit er nicht mehr Chef der Deutschen Bundesbank ist, und auf Kosten der Steuerzahler keine rauschende Feste im bescheidenen Berliner Nobelhotel Adlon mehr feiern will –wie nett von ihm – ist er so richtig bescheiden geworden. Nur seine Pensionsansprüche, von etwa 8500 Euro im Monat, waren dann doch etwas mickrig für so einen vorbildlichen, arbeitsamen und volksnahen Politiker. Deshalb bekam er jetzt auch von richterlicher Seite das Doppelte seiner Bezüge bewilligt. Gut so! Soll ja schließlich nicht als verarmter Rentner auf dem Sofa landen und Kohlenhydrate in sich rein stopfen müssen, nach allem, was der Mann für uns getan hat! Und sonst so? Ach ja, die Bundesregierung will die Obergrenze für den Afghanistan-Einsatz der Bundeswehr um 1000 Mann erhöhen. Na endlich! Wird ja auch Zeit, dass wir den ollen Turbanträgern am Hindukusch mal zeigen, was ne Harke ist. Dafür haben wir uns ja schließlich nach dem Zweiten Weltkrieg wiederbewaffnet. Mit uns nicht, ihr alten Kiffer! Ihr werdet schon sehen: Unsere Bundeswehr ist für jeden Scheiß zu haben! Die zuhause gebliebenen Soldaten auf der Reservebank wärmen sich derweil schon auf für den Iran. Da liegt ja – Gott sei Dank –, und ich meine natürlich nicht Allah – auch noch die militärische Option auf dem Tisch des „wiedergeborenen Jesusfreaks“ George „das Bretzel“ Bush. Und der weiß genau, dass Europa zwar alt ist, aber immer gerne bereit, die von den Amis zerbombte Umwelt auf seine Kosten wieder aufzubauen. Dem Kabinett passt das gut in den Kram, frei nach dem Motto: Baut auf, baut auf! Ist gut gegen Fettleibigkeit! Bis bald
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